Vom Machen und Schaffen – Für eine neue Kultur der Kreativität

Johannes Busmann, Bergische Universität Wuppertal:

Im Zuge gesellschaftlicher Entwicklung wird nach und nach in allen wirtschaftlichen Bereichen die Perfektionierung von Abläufen, Steuerungsinstrumenten und Qualitätssicherungsmaßnahmen in den Mittelpunkt unternehmerischer Differenzierung gestellt. Dadurch wird ein hoher Standard in der Fertigung von Produkten – unabhängig von der Branche – gesichert und ausgebaut, der zu weltweit anerkannten Qualitätsprodukten geführt hat. Dieses Ideal der Prozesssteuerung und Optimierung zielt auf die Verbesserung von Bestehendem, setzt ein hohes Maß an Urteilsvermögen und Planungskompetenz voraus. Es kennzeichnet die ‚Kultur des Machens‘.
Kreativität – das in die Welt bringen – dagegen basiert dem Wesen nach auf dem Unfertigen, nicht Überprüften, nicht Prüfbaren. Mangels Vorbild kann es für etwas Neues keine Kriterien des Gelingens, bestenfalls Kriterien für Möglichkeiten geben. Kreativität trägt in sich das potenzielle Scheitern. Sie ist für Kritik anfällig, da sie vom Mangel gekennzeichnet ist, jedenfalls dann, wenn sie, die kreative Leistung, mit dem verglichen wird, was vollkommen ist. Daher sind die Grundlagen für das Dasein und für die Entfaltung von Kreativität immer Mut, Risikobereitschaft, Persönlichkeit und Entschlusskraft. Es ist notwendig, diese Grundlagen, diese Eigenschaften durch berufspädagogisch qualifizierte Tätigkeit ins Bewusstsein zu rufen, zu entwickeln und zu bestätigen.

Vortrag: Vom Machen und Schaffen

Handelnd Lernen und einheitliche Prüfungen nach Bildungsstandards – Kompatible Ansätze in voll- schulischen Bildungsgängen der Berufsbildungszentren?

Hans-Jürgen Lindemann, Berliner Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM):
Handelnd Lernen und einheitliche Prüfungen nach (Berufs-) Bildungsstandards – Kompatible Ansätze in voll-schulischen Bildungsgängen der Berufsbildungszentren?

Zentrale und einheitliche Prüfungen sind auch in unseren Berufsfeldern auf dem Vormarsch. Doppelqualifizierende Bildungsgänge (Technische Assistenten u.a.), Berufs- und Fachoberschulen vergeben gestaffelte Hochschulzugangsberechtigungen. Einheitliche Anforderungs- und Leistungsniveaus sollen durch zentrale, einheitliche Prüfungen sichergestellt werden. Diese orientieren sich an Bildungsstandards, die auf kognitive Fähigkeiten konzentriert sind. Es ist zu fragen, ob der kognitionstheoretisch fundierte Kompetenzansatz mit dem Lernfeldkonzept und der Handlungsorientierung vereinbar ist? Wird z.B. der Zimmermann, der einen Dachstuhl aufzustellen hat und sich kontextbezogene Zugänge zu Mathematik, Deutsch und Englisch verschafft, zukünftig noch im Studium weiterlernen können, wenn er durch das Nadelöhr zentraler Prüfungen muss?

Vortrag: Handelnd Lernen und einheitliche Prüfungen nach Bildungsstandards 

Internetgestützte Vermittlung von berufs- und wirtschaftspädagogischen Inhalten im Studium

Werner Kuhlmeier, Universität Hamburg:
Internetgestützte Vermittlung von berufs- und wirtschaftspädagogischen Inhalten im Studium

Es wird über die Erfahrungen eines Online-Seminars berichtet, das hochschulübergreifend an den Universitäten Flensburg, Hamburg und Oldenburg sowie den Technischen Universitäten Berlin, Dresden und Hamburg-Harburg stattfindet. Dabei werden am Beispiel der Sanierung einer Altbauvilla sowohl fachliche als auch berufs- und wirtschaftspädagogische Kenntnisse vermittelt. Zugleich wird der Aufbau informationstechnologischer Kompetenzen angesteuert. Im Beitrag sollen die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes einer Lernplattform und die damit einhergehenden Veränderungen der Veranstaltungs-, Organisations- und Interaktionsformen im Studium reflektiert werden.

Vortrag: Internetgestützte Vermittlung von berufs- und wirtschaftspädagogischen Inhalten im Studium

Das historische Bauhaus

Sabine Baabe-Meijer, Berufliche Schulen in Mölln:

Das Bauhaus während der Weimarer Republik ist als Institution für die Ausbildung von Künstlern, von Gestaltern und von Architekten bekannt. Im Vordergrund dieses Beitrages steht ein bislang wenig beachteter Aspekt: Die ‚Hochschule für Gestaltung‘ stellt eine Institution für berufliche Bildung dar, aus deren Arbeit Perspektiven für die berufspädagogisch-didaktische Arbeit der Gegenwart in den drei Berufsfeldern Bau-Holz-Farbe gewonnen werden können. Ansätze für eine Verbindung von allgemeiner, beruflicher und ästhetischer Bildung werden am Beispiel der Arbeit in der Werkstatt für Wandmalerei konkretisiert.

Vortrag: Das historische Bauhaus

Zur Integration allgemeinbildender Inhalte in das Lernfeldkonzept – Reflexionen zur Bildungspraxis in der Bauwirtschaft

Thomas Vogel, Studienseminar für das Lehramt an beruflichen Schulen in Stade:
Zur Integration allgemeinbildender Inhalte in das Lernfeldkonzept – Reflexionen zur Bildungspraxis in der Bauwirtschaft

In dem Beitrag wird die These einer zunehmenden Bedeutung allgemeiner Bildungsinhalte auch und gerade in der Berufsausbildung diskutiert. Das Kompetenzmodell im Kontext eines lernfeldorientierten Ansatzes erscheint geeignet, dem gesellschaftlichen Wandel und den Forderungen an eine zukunftsorientierte Berufsbildung gerecht zu werden. Auf der Grundlage dieser Überlegungen sollen praktische Beispiele der Umsetzung im Rahmen eines lernfeldorientierten Unterrichts mit Auszubildenden aus dem Bauhandwerk dargestellt werden.

Vortrag: Zur Integration allgemeinbildender Inhalte in das Lernfeldkonzept – Reflexionen zur Bildungspraxis in der Bauwirtschaft

Gestaltungstechnische Kompetenz als Dimension beruflicher Ausbildung im Tischlerhandwerk

Matthias Schönbeck, Technische Universität Dresden:
Gestaltungstechnische Kompetenz als Dimension beruflicher Ausbildung im Tischlerhandwerk

Ausgehend von veränderten beruflichen Anforderungen an Tischlerinnen und Tischler, wird in dem Beitrag die Bedeutung gestaltungstechnischer Kompetenz für Auszubildende dargestellt. Zuerst werden Aspekte der beruflichen Entwicklung vorgestellt, um dann gestaltungstechnische Kompetenz für die berufliche Praxis zu thematisieren. Danach wird die novellierte Ausbildungsordnung für das Tischlerhandwerk, welche im kommenden Jahr in Kraft tritt, unter dem Blickwinkel gestaltungstechnischer Inhalte untersucht. Im Anschluss daran wird die arbeitsplatznahe Zusatzqualifikation ‚Kreative Möbelgestaltung‘ präsentiert, die von der Handwerkskammer Dresden mit Auszubildenden durchgeführt wird. Den Abschluss bilden Vorschläge, wie die gewonnenen Erfahrungen in Ausbildung und Beruf künftig umgesetzt werden können.

Vortrag: Gestaltungstechnische Kompetenz als Dimension beruflicher Ausbildung im Tischlerhandwerk

Gebäuderichtlinie der EU – Verbesserung der Energiebilanz beim Bauen im Bestand durch eine verbesserte Energieberatung?

Stephan Rogsch, Oberstufenzentrum Bautechnik II Berlin:

Die neue Gebäuderichtlinie der EU tritt ab 2006 in Kraft. Damit werden höhere Anforderungen an die Energiebilanz auch vorhandener Gebäude gestellt. Neu ist der systemische Ansatz, wonach der Gesamtenergieverbrauch begrenzt ist, es aber dem Bauherrn überlassen bleibt, wie die Energieeinsparung erbracht werden kann. Der Fokus richtet sich auf das gesamte Gebäude, insbesondere auf die Gebäudehülle und die Systeme der Energiebewirtschaftung. Die Beratung der Bauherren und Nutzer durch Fachkräfte ist deshalb von entscheidender Bedeutung. Es wird im Beitrag diskutiert, welche Probleme insbesondere bei der Gebäudesanierung auftreten, wenn mit dem in Deutschland vorherrschenden Wäremdämmverbundsystem gearbeitet wird. Das soll dies verdeutlicht werden.Die Arbeiten wurden im Leonardo-Pilotprojekt „Umbau & Co“ durchgeführt.

Vortrag: Gebäuderichtlinie der EU – Verbesserung der Energiebilanz beim Bauen im Bestand durch eine verbesserte Energieberatung?

Multimediale Lehr- und Lernangebote in der Ausbildung der Bauwirtschaft

Bernd Mahrin und Johannes Meyser, Technische Universität Dresden:
Multimediale Lehr- und Lernangebote in der Ausbildung der Bauwirtschaft

Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt FAINLAB soll bereits in der Ausbildung der Umgang mit elektronischen Medien verstärkt unterstützt werden. Unter Beteiligung von Ausbildern, Berufsschullehrern und Auszubildenden werden für 32 Module Lernmaterialien entwickelt, die ein selbstständiges, netzgestütztes und multimediales Lernen fördern. Damit werden die zukünftigen Facharbeiter und Gesellen darauf vorbereitet, sich eigeninitiativ und ortsunabhängig Informationen zu beschaffen. Vor allem soll damit dem Defizit begegnet werden, dass moderne Informations- und Kommunikationstechnologien in der Baubranche bislang nur verzögert Einzug gehalten haben.

Vortrag: Multimediale Lehr- und Lernangebote in der Ausbildung der Bauwirtschaft