Springe zum Inhalt

Vom Machen und Schaffen – Für eine neue Kultur der Kreativität

Johannes Busmann, Bergische Universität Wuppertal:

Im Zuge gesellschaftlicher Entwicklung wird nach und nach in allen wirtschaftlichen Bereichen die Perfektionierung von Abläufen, Steuerungsinstrumenten und Qualitätssicherungsmaßnahmen in den Mittelpunkt unternehmerischer Differenzierung gestellt. Dadurch wird ein hoher Standard in der Fertigung von Produkten - unabhängig von der Branche - gesichert und ausgebaut, der zu weltweit anerkannten Qualitätsprodukten geführt hat. Dieses Ideal der Prozesssteuerung und Optimierung zielt auf die Verbesserung von Bestehendem, setzt ein hohes Maß an Urteilsvermögen und Planungskompetenz voraus. Es kennzeichnet die 'Kultur des Machens'.
Kreativität - das in die Welt bringen - dagegen basiert dem Wesen nach auf dem Unfertigen, nicht Überprüften, nicht Prüfbaren. Mangels Vorbild kann es für etwas Neues keine Kriterien des Gelingens, bestenfalls Kriterien für Möglichkeiten geben. Kreativität trägt in sich das potenzielle Scheitern. Sie ist für Kritik anfällig, da sie vom Mangel gekennzeichnet ist, jedenfalls dann, wenn sie, die kreative Leistung, mit dem verglichen wird, was vollkommen ist. Daher sind die Grundlagen für das Dasein und für die Entfaltung von Kreativität immer Mut, Risikobereitschaft, Persönlichkeit und Entschlusskraft. Es ist notwendig, diese Grundlagen, diese Eigenschaften durch berufspädagogisch qualifizierte Tätigkeit ins Bewusstsein zu rufen, zu entwickeln und zu bestätigen.

Vortrag: Vom Machen und Schaffen